Mirella

"Sag mir was du an der ganzen Sache hier hasst. Sag mir den Grund warum du heute Nacht schon wieder ausreisen wolltest."

"Als deiner Schwester würde es mir freistehen zu gehen wann immer ich wollte und wiederzukommen wann immer ich wollte!"

"Wenn ich nicht wüsste, dass du nie wieder kommen würdest,würde ich dich hier nicht halten müssen. Sag mir den GRUND!!"

Mirella war erschrocken zurückgewichen und über die schwere Holztruhe in der Dachkammer der Mädchen gestolpert.

Luzias Stimme hatte den Raum bei ihren letzten Worten erbeben lassen. Sie blickte auf die vor ihr am Boden liegende Schwester hinab.

"Du."

Mirellas Stimme war nicht mehr als ein leises Flüstern. Ein Hauch der Verzweiflung. Für die wage Vorstellung eines Moments hatte sie Schmerz und Pein in Luzias Bernsteinfarbenen Augen aufzüngeln sehen. Im selben Moment war es schon wieder nur bloße Einbildung gewesen. Ohne ein Wort der Gnade, des Verständnisses, gar der Liebe drehte Luzia sich um. Sie knallte die massive mit Metall verstärkte Tür hinter sich zu und drehte den Schlüssel im Schloss, zog ihn ab &ließ ihn in die Innentasche ihres schweren dunklen Matels gleiten, bevor sie ihn zuzog. Vom Inneren des Dachbodens hörte sie einen verzweifelten und sogleich wütenden Schrei und danach den resignierten Versuch die Tür zu öffnen. Mit emotionslosem Gesichtsausdruch stieg Luzia die Treppe deses Gasthofs hinab. Was bildete sich Mirella nur ein? Wer dachte ,war sie? Sie benahm sich wie ein kleines störrisches Kind. Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn sie nur einsehen würde, wie viel besser es war, sich selbst anzunehmen und seiner Natur nachzugehen. Es ging bereits dem Morgengrauen zu, doch Luzia brauchte es heute NAcht noch einmal. Wie zum Trotz, zum Beweis dazu, dass ihre Schwester Unrecht hatte. Im Vorbeigehen warf sie der Wirtin die Miete für den nächsten Tag auf den Tresen und irgnorierte deren Versuch sie aufzuhalten und um ein Gespräch zu bringen. Luzia wusste, was diese Frau von ihr wollte. Sie spührte das Unbehagen in ihr wachsen, sobald Luzia das Haus betrat. Die Wirtin wollte wissen, wann Luzia abreisen würde.

Bald, sagte sich Luzia, bald meine Liebe. Ich hatte nie vor so lange hier zu bleiben. Doch meine Schwester macht es mir mehr als nur schwer.

Sie verließ das Haus , anders als sie es betreten hatte, durch den Hauptausgang. Draußen war es schwül und es stank bestialisch. Ohne besonders darauf Acht geben zu müssen wich sie allen Vekalien auf dem geschundenen Kopfsteinpflaster aus. Ihr Weg führte sie in das beste Vergnügungshaus der Stadt. Glücksspiel, Hurerei und andere Todsünden trieben die Menschen hier her. Sie wusste, dass einer der Söhne der Adeligen der Stadt am Tresen saß. Luzia hatte sie alle gezeichnet. Sobald sie die Tür zum mit stikigem, süßlichen Rauch gefüllten Raum geöffnet hatte, öffnete sie ihren Mantel wieder und entblöste ein gutes Stück zu viel von ihren makellos schönen Beinen. Das Pozelan ihrer Haut hob sich aufreizend hart vom dunklem blutrot ihres Kleides ab. Mit Festen gezielten Schrittes und dem offensichtlichen Begehren auf ihrem Gesicht stolzierte sie auf den jungen Burschen zu. Luzia wollte nicht, dass sich die Männer im Raum von ihrer Anwesenheit gestört fühlten, im positiven oder negativen Sinne, so blieb sie auch unnauffällig und gleichgültig für alle - bis auf IHN.

Er drehte sich langsam und irritiert zu Luzia um. Der Barkeeper vor ihm ließ ein Glas fallen, als er sie sah. Der Junge sah die von oben nach unten an dann wanderten seine Augen wieder zurück in Luzias Gesicht. Er lächelte gewinnend. Eine unvergessliche Nacht versprechend.

Oh ja, Süsser, dass wird eine unvergessliche Nacht. Du denkst vielleicht du hättest schon längst gegen mich gewonnen, mich in der Hand wie bisher jede andere Frau in deinem Leben, doch glaub mir, du bist längst verloren.

Luzias Nackenhaare stellten sich in der erregenden Erwartung auf, die Vorstellung auf das, dass sie mit diesem Exemplar machen würde. Sie stellte sich direkt neben ihn an die Bar und legte eine Hand auf seinen Oberschenkel. Ließ sie sanft ein wenig nach oben gleiten. Stoppte jäh und beugte sich mit ihrem roten Schmollmund zu ihm herab als wolle sie ihn küssen. Strich aber nur sanft mit ihrem Atem seine Lippen und seine Wange flüsterte begeerend in sein Ohr.

"Willst du wissen wie es ist eine Nacht mit MIR zu verbringen?"

Er hätte noch die Wahl gehabt, wenn sein Geist stärker gewesen währe, nicht schon so umwandelt von purem, harten Alkohol. Luzia konnte sehen, wie sich jedes einzelne Haar auf seinem Hals aufstellte vor Begehren und seine Hände umfasste sanft und doch herrlich fest ihre Hüften. Sie hatte ihn geschickt in ihrem Spinnennetz gefangen. Es war so wunderbar zu wissen, dass sie es diesmal nicht in einem gewöhnlichen Bett tuen würde, sondern auf einem wohlbetuchten, gewärmten Holzboden neben einem gigantischen, weichen Himmelbett.

Luzia lehnte sich wieder zurück und bestellte sich einen Martini von dem immer noch leich neben sich stehendem Barkeeper.

"geht aufs Haus, ma'am."

Herrlich, wie viel höflicher die Leute in diesem Jahrhundert waren. Luzia lächelte den jungen Herrn an. Er sah ihrem Begleiter für diese Nacht sogar recht ähnlich und Luzia spielte mit dem Gedanken ihn heute NAcht mitspielen zu lassen, als sie sich wehmütig daran zurückerinnerte, wieviel sie heute Nacht schon genommen hatte. Heute hast du glück, kleiner. Ihr Blick wanderte zurück zu ihrem Auserwählten.

"Wie heißt du, mein Lieber?"

Er hatte sie immer noch nicht losgelassen, hielt sie immer noch fest,als könne er sie dadurch irgendwie beeindrucken, wie es jede Andere beeidruckt hätte. Diese Naivität, dieses Selbstbewusstsein ,sie wusste nicht wieso, doch es erregte sie. Ja, er würde ihr gute Dienste erfüllen. Ein leises Lächeln schlich sich auf ihr ebenmäßiges Gesicht.

"Andrew und wie ist ihr Name, wenn meine Ohren würdig sind ihn zu hören?"

"Ich habe keinen Namen, zumindest nicht für dich, noch nicht."

Luzia lächelte geheimnisvoll und sah wie seine Augen vor unterdrücktem Verlangem schwarz wurden. Es verlieh seinem hellen, offenem Gesicht eine dunkle, männlichere, stärkere Aura. Es gefiel ihr. Gedankenverloren griff Luzia nach seinem stark gewellten braunem Haar und fuhr durch ein paar Stränen, bevor sie ihre Hand über seine in einem maßgeschneidertem Jackett steckendenden Schulter, seinen Oberarm , den er unbewusst leicht bei ihrer Berührung anspannte, und schließlich seinen Unterarm bis zum Handgelenk mit den ordentlichen Manschetten hinab gleiten ließ, und ihn sanft dazu brachte sie loszulassen. Andrews Augen beobachteten seine Hände und blieben an Luzias schlanker, definierter Figur heften.

Luzia nahm nun seine Hand in die ihre und verkreuzte ihre Finger mit den seinen. Sie waren lang und schlank, doch nicht knöchrig und Luzia er schauderte wohlig, als sie sich ausmahlte, welchen Genuss er ihr bereiten könnte...wenn sie ihn nur liese.

"Wollen wir gehen, Liebster?"

Fest und bestimmt sah sie ihm in die Augen und synchron mit der Antwort, die sie ihm aufbürgte, bewegten sich seine sinnlichen Lippen.

"Wohin auch immer ihr wollt, ma'am"

Sie gingen zum Ausgang und Andrew hob Luzia wie es sich geziemte in seine schwarze Holzkutsche. Er gab dem Kutschenfahrer ein Zeichen und die Fahrt , die zum Anwesen seiner Familie führen würde, begann.

Mirellas Atem hatte sich wieder beruhigt. Sie hatte geheult, geschriehen, geflucht und umsichgetreten, doch es hatte alles nichts genutzt. Luzia war nicht zurückgekehrt, um sie frei zu lassen, um sie zu trösten, um sich zu entschuldigen, was sie sich im besten willen nicht vorstsellen konnte, doch so sehr wollte, um ihr zu bringen, wonach ihr verlangte. Sie war so verzweifelt, sie bekam immer nur so viel, wie Luzia ihr gab, aus Angst Mirella würde zu stark werden. Stärker als sie. Sie würde nie sterben, aber auch nie wirklich leben, wenn Luzia ihr nicht geben würde. sie wollte es, sie BRAUCHTE es.

Andrew hatte sie die Treppe hochgetragen und nun hielt er sie immer noch hoch, das Anwesen war nur durch den nun fast schon vollen Mond erhellt. Seine rechte Hand hielt sie unter ihrem Hintern auf Höhe seines BAuchnabels und seine linke hand strich durch Luzias langes karmesinrotes Haar ihren Rücken hinab. Sie hatte ihre Füße hinter seinem Rücken verschrenkt und küsste ihn leidenschaflich, während sie hinter ihm die Tür zu seinem Gemach öffnete. Sobald Andrew sie über die Schwelle getragen hatte, kämpfte sich Luzia frei und stand schließlich vor ihm. Sie kickte die Tür mit einem Fuß zu und hielt sich nicht mehr zurück, nachdem die Tür ins Schloss gefallen war. Zu schnell fürs menschliche Auge war sie bei ihm und küsste ihm hart un doch mit aufbegeerender sanftheit. Ruckartig riss sie ihm sein Jackett vom Körper und stieß ihn rückwärts zum Bett. Andrew seinerseits veränderte sich fast im selben Augenblick. Er küsste sie voll Verlangen zurück zog sie zu sich in seine Arme, ging selbstständig zum Bett und öffnete erstaunlich schnell ihr Kleid in ihrem Rücken. Luzia genoss es, als sie erkannte, dass er die Führung übernehmen wollte. Sie ließ sich mit ziehen und stieß jauchzend einen ehrlich fröhlichen Schrei aus, als er sie in die rießigen Kissen des Himmelbettes warf. Ihr Kleid hatte sich längst zu seinem Jackett, seiner Hose und nahezu all seinen anderen Kleidern gesellt. Luzia trug nichts, außer dem Kleid. Er küsste sich ihren Körper nach unten entlang, von ihrem Nabel wieder aufwärts bis er ihr wieder in die Augen sah.

"Wie heißte du, geheimnissvolle Unbekannte?"

Luzia lächelte wieder geheimnisvoll und verschloss seine Lippen erneut mit einem Kuss drehte ihn auf den Rücken und wanderte langsam, qualsam langsam für Andrew, mit ihren Händen zu seinen Hüften hinab, weiter in die Mitte - sein Atem ging mittlerweile unkontrolliert und stoßweise. Er fasste sie erneut um die Hüften und warf sie auf den Teppich neben dem Himmelbett, er stürtzte sich auf sie, er wollte in sie, er wollte sie. Sie war perfekt, er wollte sie nicht nur für heute, er wollte sie für immer. Er wollte, dass er die letzte war, mit dem sie es tat. Immer und immer wieder. Jede NAcht und wenn sie Zeit hätten - und er würde dafür sorgen, dass sie Zeit hätten - auch jeden Tag. ER wollte sie nehmen. ER wollte, ER musste, ER - Luzia hatte ihn noch bevor er sie berührte als sie am Boden lag, mit den Füßen in den BAuch getrete, sodass er nun aufrecht gegen das Bettuntere gelehnt dasaß. Blitzschnell war sie bei ihm, leckte ihm über die lippen, hielt ihn mitihrer Stärke, Kraft in dieser HAltung fest, ließ nicht zu, dass er sich wehrte, drückte seinen Kopf nach hinten. Sein Hals bog sich über die Kante der Matratze. Luzia konnte jede einzelne seiner Adern und Venen sehen, sie sucht eine dicke, eine ausreichende & schlug ihre nun auf das 4fache Ausmaß gewachsene Fänge in seinen Hals. Andrew begann sich zu wehren, doch fast augenblicklich ließ er es auch schon wieder bleiben. Luzia hatte ihn dazu gezwungen in ihren Geist einzutauchen, zu spühren, wie glücklicher sie damit machte, wie erregt sie war, war für Andrew fast mehr als er mit seinem menshlichem Körper verkraften konnte. Er stöhnte auf, er wollte nicht, dass sie aufhörte.

Luzias Atem, der während seiner so unglaublich heftig und stoßweise ging, absolut ebenmäßig geblieben war, war nun am rasen. Sie hyperventilierte, sein Blut war so köstlich. Er verlor selbst in dieser Position nicht die HAltung eines Adeligen. Sie musste die Entscheidung jetzt treffen, würde sie ihn wandeln? oder töten.

Luzia trank, konnte kaum aufhören, doch nur wenige Tropfen, bevor er leer schien, brach sie ihm mit einer gekonnten kräftigen Bewegung das Genick.

Sie fühlte sich gestärkt und zufrieden. Andrew würde sich gut in ihren Plan fügen. Er war nahezu... pefekt. Sie lächelte. Ihre Augen leuchteten.

Sie hinterließ ihm einen Brief mit ihrer Adresse und einer Erklärung. Er solle vom Tageslicht fern bleiben, sich den TAg versteckt halten und am  Abend, nach Sonnenuntergang zu ihr kommen. Luzia legte ihn zurück ins Himmelbett. Er würde gewandelt erwachen. Voller Fragen, doch glücklich, denn sie hatte ihn ihren Geist sehen lassen, bevor sie ihn wandelte.

Geräuschlos verließ sie da Anwesen nachdem sie ihr Kleid wieder angezogen hatte und ihren Mantel aus der Eingangshalle aufgesammelt hatte.

Kurz bevor sie das Grundstück von Andrews Familie verließ, sah sie sich noch einmal um. Blickte angestrengt durch sein Fenster, fast schon eine Bewegung erhoffend.

"Luzia."

flüsterte sie sanft.