Legenden & Dämonen

Das kalte Glas des Fenster beschlug bei jedem meiner Atemzüge. Ich starrte die Steren am Himmel an und wie immer hatte es etwas erschreckendes an sich als ich sie nicht mehr sehen konnte. Das war das Zeichen, die Sterne verzogen sich. Alles verstummte, kein Geräusch mehr. Angst machte sich breit. Vor dem was da kam. Doch ich hatte keine Angst. Zumindest nicht vor dem was da kam, denn ich würde mitgehen. Seufzend griff ich nach dem Fenstergriff. Der Griff war kalt & das Fenster kwietscht, als ich es langsam öffnete.Erschrocken drehte ich mich um. Dela stöhnt ihm schlaf auf & dreht sich in ihrem Bett um. Dann war sie wieder ruhig. ICh hoffte man hatte die Geräusche nicht bis nach unten gehört. Dela hatte keine natürlich angeborene Angst vor Unbekannten. Sie war anders, so wie wir alle hier. Das Turmfenster auf ihrer Seite des Zimmers war mit hellgelben Vorhängen verhängt. Meine Hände griffen nach meinen eigenen dunkelroten Samtstoffen. Ich band sie mit den Goldschlaufen an beiden Rändern des Fensters fest und griff in die kalte Nachtluft hinein. Es war als Griff ich in Eisdunst. Augenblicklich überfielen mich heftige Schauer des Schüttelfrosts. Ich griff weiter nach unten, spührte Eiseskälte, schloss meine Augen und flüsterte die geheimen Worte. Eine Hand packte mein linkes Handgelenk, die andere meine rechte Schulter. Im nächsten Moment stand ich im Rosengarten, der an jeden der 12 Türme des Schlosses angrenzte & im hinteren Teil des Geländes vorm Wald in ein LAbyrinth endete. Die zuvor so kalte NAchtluft war wieder angenehm warm, wie jede Sommernacht und die eisigen Hände, die mich von meinem Zimmer gehoben hatten waren nun wohlig warm um meine Hüften gelegt. Erinnerungen überkamen mich & mein Herz begann zu brennen. Heftig und schnell zog mich Gard hoch und küsste mich leidenschaftlich. Sofort begann mein Herz schneller zu schlagen, denn sein Kuss war dem in meinen Erinnerungen so ähnlich. Ich fühlte mich so nah an meiner Liebe, an meiner Erinnerung und die Luft begann zu vibrieren.Sie vibrierte so stark, dass die Rosen begannen sich zu wiegen & aus meiner Kehle stieg ein weicher, dunkler Laut. Gard lachte sein dreckiges Lachen. Er schubste mich von sich und ich stieß gegen die Turmwand hinter mich. Er stützte seine Hände in seine Hüften und lachte mich aus. Ich sah zu Boden und rappelte mich auf. Ich schämte mich so sehr. So sehr. Und ich konnte nichts weiter tun als ihm zu folgen als er mich grob tiefer in die Rosenpracht zog. Er zog  mich den Gang entlang & ich sah mich verzweifelt ein letztes mal bevor ich ES wieder tat zu meinem Zimmer um. Das Zimmer, dass so lange, seit meiner Geburt, ein Versteck , ein sicherer Zufluchtsort gewesen war. Nun nicht mehr. Es war nur ein Raum, wie jeder Andere. Ich hatte kein zu Hause mehr, denn aus dem Schloss, dass es einmal war, holte mich Gard jede Nacht. Als sich der Pfad weitete und nach oben hin öffnete zog er mich trotz meines Wiederstands auf seinen Rücken und sprang in die Lüfte. Gards schwarzes Haar roch nach Schwefel, so wie alles an ihm & seine Krallen bohrten sich tief in meine Handgelenke, dass ich nicht fiel. Es war ekelerregend wie sehr er sich von ihm unteschied, aber doch: Ein Teil von ihm erinerte mich so sehr... und doch war er anders. Nie könnte er mir so wichtig sein wie ER es einmal war. Nie würde er mir so nahe sein, selbst wenn er könnte, wenn er dürfte und Gard wusste das. Es quälte ihn & deshalb quälte er mich. Ich wusste, dass er mich liebt, oder einmal geliebt hat. Er hat es mir gesagt & ich hatte mich gegen ihn entschieden. Rasant ging es wieder zurück zum Boden, erneut in die Lüfte und so weiter. Alles in mir hob sich. MEin Magen rebellierte gegen die unnatürliche Höhe und Geschwindigkeit. Ich hasste es mit Gard zu gehen. Der Wald zog unter meinen Füßen vorbei und nach einigen weiteren Sprüngen kam Anizia in Sicht. Die Stadt war hell erläuchtet und in heller Aufregung, wie jede Nacht in der ich sie sah. Ich bin noch nie dort gewesen, doch ich kann mir vorstellen wie es dort ist. Anders. Gard umrundete die Stadt und zog mich kurz hinter den letzten Häusern in eine der Hölen in den angrenzenden Bergen. Ich muss zugeben, dass ich nicht einmal mehr wusste, ob es sich lohnte für das was ich bekommen hatte für Gard zu arbeiten, ihm zu helfen. Ihnen allen zu helfen.

Ich würde uns alle ausliefern, uns alle umbringen...tja, wenn es so weit wäre, wäre es für mich eh schon zu spät. Was solls. nicht wahr.

Gard zog mich in die Höle hinein. Ein Ewiges Labyrinth an Gängen. Ich hätte mich nach zwei Biegungen verlaufen, hätte er nicht meine Hand gehalten und das wusste er. Er hatte nach mir gesucht, weil sie mich brauchten. Niemand außer ihm hatte geglaubt, dasses noch eine von uns gab. Ich war die letzte. Gard hatte mich gefunden. Er wollte mch dazu bringen ihm zu helfen, ihnen allen zu helfen. Er wollte, dass ich es freiwillig tat. Er hatte sich in mich verliebt, doch sobald ich auch nur ein einziges Mal unter ihnen war. Sah ich IHN und Gard war vergessen. Jetzt musste ich es tun, weil sie mich mit nur einer einzigen Tat dazu gezwungen hatten. Hämisch grinste er mich an & ein heftiger Schauer überlief meinen Rücken. Seine Augen, die er an die menschliche Welt draußen angepasst hatte waren wieder gelb, wie schwefel & seine Haare waren wieder lang und schwärzer als jedes schwarz, dass existierte.

Wir erreichten die große Halle, wie sie, sie nannten, und Stille legte sich über den Raum. Alle starrten mich an. Dämonen der Finsternis. Von den kleinsten bis hin zu den Größten. Jede Begegnung mit ihnen verlief tötlich. Für alle, außer mich. Ich war hier jede Nacht. Erwartungsvoll legten sie ihre Gerätschaften nieder und traten näher. Bildeten einen Weg zu einem mit einem schwarzen Tuch verhangenem Glaskasten.

Legenden erzählten, dass der Teufel in die Hölle verbannt worden sei, da er bei einem Wettkampf ein Stück verloren hatte. Er war nicht ganz & so konnte er nicht aus der Hölle zu seinen Gefolgsleuten. Für immer, oder zumindest solange, bis die Gefolgsleute irgendein Ritual vollzogen und ab diesem Tag des Rituals eine Nachfahrin des Gewinners des Wettkampfes für seinen verbliebenen Teil singt. 666mal. Danach war der Teufel wieder komplett & konnte die Herrschaft über die Erde übernehmen. NAtürlich muss die Nachfahrin bildhübsch sein, unsterblich verliebt, und eine Stimme wie eine NAchtigall besitzen.

Ratet mal.

Alle Dämonen und magischen dunklen Wesen in der Höhle knieten sich in die Richtung des Teils auf den Boden. Sie beteten es an. Jede Nacht & ich war soetwas wie die Priesterin, die betete. Oder in meinem Fall sang. Ganz ehrlich wusste ich nach so langer Zeit immer noch nicht genau was das genau für ein Teil war, und ich wollte es auch nicht wirklich wissen. sie waren beängstigend still. Kein Atmen, kein Husten, nichts.

"Fang an zu singen, Olly! Sing, oder Pankito stibt." Gards Stimme klang bedrohlich, doch ich wusste, dass selbst er etwas Angst vor mir hatte. Sollte ich nicht singen, sollte ich mich wirklich weigern, sollte ich nicht die richtige gewesen sein. Meine Liebe nicht stark genug, nicht bindend. Dann währe der Zeitpunkt vorbei. Sie hätten das Ritual volzogen & den Fortgang unterbrochen, einzige Chance vertan. Doch ich sah Gard nur an...

Jede NAcht der gleiche Satz,

jede Nacht der gleiche Schmerz,

jede NAcht der gleiche Hass,

jede Nacht mein armes Herz.

 

Ich trat vor die mit einem schwarzem Tuch verhangene Glastruhe und legte meine HAnd darauf. Wie einfach währe es gewesen sie fortzustoßen, das Teil zu beschädigen, die ganze Sache zu beenden, doch sie hatten Pan zu ihm verbannt. Ihn würd ich niemals töten und so begann ich zu singen. Wie jede andere Nacht.

Meine Stimme erklang zuerst zögerlich, doch nach und nach stark & fest. Hell und klar durchdrang sie selbst die verschlossendsten Ohren, die taubstn Wesen in diesen Gängen erhörten diesen Gesang. Es war weder rhytmisch, noch melodiös, noch wirklich Gesang und doch wunderschön. Kein Laut drang zu mir durch. Mein Herz wurde eins mit meiner Stimme, ich schwebte in der Vergangenheit & spührte jede Sekunde an mir vorbei ziehen. Nie hatte je ein Wesen mit vergleichbarer Stimme existiert. Das Universum hörte mich an. Ich durchdrang jede Galaxie, erreichte jede Existierende Stelle. Und auch jene, die nicht existierten. ALLES hörte auf mich & einen kurzen Moment war ich unendlich. Ich spührte die Verbindung zwischen dem Hier & der Hölle. Spührte den Herrn alles Bösen & ganz Schwach nur, ganz kurz. Pan. In einem explosiven Finale endete meine Darbietung und kraftlos sank ich zusammen. Starke Arme umfingen mich. Ich sehnte mich so sehr nach Pan.